Wer sich über den vor einigen Tagen auf Video gestarteten JINN aufregt, hat Tobe Hoopers inhaltlich ähnlichen und mit DJINN fast identisch betitelten Geistergrusler über den antiken arabischen Dämon noch nicht gesehen. Der kürzlich erfolgte Jubiläumskinostart von TEXAS CHAINSAW MASSACRE ruft in Erinnerung, dass Hooper bereits seit 40 Jahren im Regiegeschäft tätig ist; angesichts dieser uninspirierten TV-Schauermär schwer vorstellbar, wie die Variety bestürzt anmerkt. Aber bei dem Script von David Tully (HEPZIBAH) sind Hopfen und Malz von vornherein verloren.
Fast ohne Blut, dafür mit penetrantem Rotfilter ist dieser auch darstellerisch auf Vorabendniveau angesiedelte GZSZ-Schrecken eher ein Film über Autofahren und Hotelräume. Wie man ROSEMARY’S BABY und THE GRUDGE prägnant mischt und eine Frau in ihrem Apartment halluzinieren lässt, hat gerade erst ANNABELLE souverän demonstriert. Diese unbeholfene Fata Morgana um den Fluch eines alten Wüstendorfs hingegen ist eine blamable Campfiretale nach einem SUV-Dünen-Rennen. Damit gesellt sich Hooper zu seinen Kollegen Argento und Romero, denen aus gutem Grund auch niemand mehr Geld geben will.
Erschienen auf Komm & Sieh
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Djinn, Vereinigte Arabische Emirate 2013 | Regie: Tobe Hooper, Buch: David Tully | Mit: Razane Jammal, Khalid Laith, Aiysha Hart, u.a. | Laufzeit: 82 Minuten, noch kein deutscher Verleih.