Niemand kann so gut starrsinnig dreinschauen wie Allstar Mads Mikkelsen. In Nicolaj Arcels neuestem Film THE PROMISED LAND, der Anfang Mai in die Kinos kommt, darf er in dieser Disziplin glänzen. Er verkörpert die vielleicht sturste Figur in der Geschichte Dänemarks, Ludvig von Kahlen.
Der ehemalige Soldat von Kahlen holt sich 1755 bei den Adligen in der Hauptstadt die Erlaubnis, in der jütländischen Provinz ein Stück Land zu besiedeln. Es ist eine Zeit, in der die Fruchtbarkeit des Bodens über Reichtum oder Armut entscheidet. Die jütländische Heide im Westen Dänemarks gilt als riesiges Ödland, wo sich keine Bauern niederlassen, vom König praktisch aufgegeben. Ludvig von Kahlen will das ändern, und er hat einen Plan: eine neue Feldfrucht aus Deutschland, die in fast jedem Boden wachsen soll. Gemeinsam mit einem Priester, vor dem Gutsherrn geflohenen Arbeitern und später einer Gruppe Gesetzloser aus den Wäldern baut er ein Haus und versucht verbissen, dem Boden eine Lebensgrundlage abzuringen.
Sie haben ein hartes Leben in der Wildnis, dazu kommen Überfälle von Räubern und Konflikte innerhalb der Gruppe, vor allem aber die Ablehnung des brutalen Feudalherrn im benachbarten Schloss, der das Land für sich beansprucht. Neben ihm verblasst die Härte von Kahlens, der das Wohlergehen Einzelner dem Projekt unterordnet. Er führt sie mit eiserner Hand, und wenn er das Land beackert, mahlen seine Zähne unter den Wangen verbissen. Die Gruppe der Mitstreiter wächst nicht, im Gegenteil. Die Ambivalenz von Kahlens, der als Antiheld eine im Grunde sehr spannende, vielschichtige Figur verkörpert, verblasst leider neben der undifferenzierten Boshaftigkeit des Gutsherrn.

Bastarden / The Promised Land
DK / D / CZ / SE 2023
Regie: Nikolaj Arcel
Buch: Anders Thomas Jensen, Nikolaj Arcel
Kamera: Rasmus Videbaek
Musik: Dan Romer | Darsteller: Mads Mikkelsen, Amanda Collin, Simon Bennebjerg u.a.
Laufzeit: 127 Min.
„The Promised Land“ kommt am 2. Mai 2024 in die deutschen Kinos.