Von David McAllan
Der 19-jährige Andrew ordnet seinem Ziel, der beste Jazzdrummer zu werden, alles unter. Als der Einzelgänger an einem New Yorker Konservatorium in die Elite-Big-Band des berüchtigten Fletcher aufgenommen wird, beginnt ein ungleiches Kräftemessen, das Andrews Privatleben und Gesundheit ruiniert.
WHIPLASH trägt Züge von Aronofskys BLACK SWAN, zumindest was Härte, Torturen und Neurotizismus betrifft. Wie Andrew durch die Hölle geht, die ihm ein asketischer Dirigent als durchgeknallter Drill Instructor bereitet, bildet nicht nur manische Charaktere ab. In der Form eines Anti-CLUB DER TOTEN DICHTER geht die Regie von Damien Chazelle (GUY AND MADELINE ON A PARK BENCH) gleichermaßen fokussiert und frenetisch vor.
Allerdings hilft es, wenn man Big-Band-Jazz mag. So reizvoll Chazelle ästhetisiert und so hochkonzentriert wie intensiv ausführt, WHIPLASH entspringt seinem ein Jahr zuvor entstandenen Kurzfilm und hat seitdem kaum Story angesetzt. Mal ganz abgesehen davon, dass nie wirklich nachvollziehbar wird, wieso sich Andrew diesen Quäler derart antut – da war die Motivationsstruktur in BLACK SWAN schon transparenter.
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Whiplash, USA 2014 | Regie/Buch: Damien Chazelle | Mit: Miles Teller, J.K. Simmons, Melissa Benoist, u.a. | Laufzeit: 107 Minuten, Verleih: Sony Pictures (Kinostart: 19.02.2015).