„Turkey“, Truthahn, nennt man in den USA einen missratenen Film. Und wie ein Truthahn der nur knapp eine Maschinenwäsche inklusive Schleudergang überlebt hat sieht leider auch das Monster in Columbia Pictures‘ 1957er B-Grusler THE GIANT CLAW aus. Dem deutschen Kinopublikum damals vorenthalten, erlebte der Film hierzulande seine Premiere viel später im Privatfernsehen, ANGRIFF DER RIESENKRALLE betitelt und mit einer überraschend guten Synchronisation versehen. Anolis brachte den Film jetzt in Blu-ray-DVD-Pracht als siebten Film der „Rache der Galerie des Grauens“-Box heraus.
Nun ist er also auch bei uns im Heimkino gelandet, der Riesenvogel. Ist er so schlecht wie man hörte und las? Eigentlich nicht, eher müsste man von einem tragischen Unfall sprechen, denn der verunglückte Look des Giganten verhält sich geradezu konträr zur ansonsten durchaus kompetent und ernsthaft geratenen Machart des Films. Für den Ursprung des Schreckensvogels haben sich die beiden Drehbuchautoren sogar etwas richtig außergewöhnliches einfallen lassen: Statt der für Plots dieser Art handelsüblichen Atomstrahlung, die ein irdisches Tier überproportional anwachsen lässt, sind es hier Antimaterie und ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum (oder so ähnlich), die der Erde den gefräßigen außerirdischen Riesengast bescheren.
Wie die anderen Veröffentlichungen ist auch diese „Galerie des Grauens“ technisch top, das Bild im 1.79:1/16:9-Format hervorragend restauriert, an den beiden Tonspuren in Deutsch und Englisch (DTS 2.0 Mono) gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Die Extras neben Audiokommentaren und Booklet bestehen aus dem US-Kinotrailer, der US- und der spanischen Titelsequenz, Werbematerialien, einer Super-8-Fassung und einer reichhaltigen Bildergalerie. Man sollte dem tragischen Riesenvogel also definitiv eine Chance geben, auch wenn es weh tut.
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The Giant Claw, USA 1957 | Regie: Fred F. Sears | Darsteller: Jeff Morrow, Mara Corday, Morris Ankrum, Louis Merrill, Edgar Barrier u.a.
Anbieter: Anolis Entertainment