Als die Matriarchin der Familie stirbt, beginnt Tochter Annie Unheimliches in ihrem Haus am Waldrand zu sehen. Ihr Mann Steve, Teensohn Peter und die kleine Charlie sind ebenfalls betroffen und geraten in den Bann eines furchterregenden Vermächtnisses, das zu einem weiteren schweren Schicksalsschlag führt.
Asters selbst geschriebenes Werk geht gemessenen Schrittes vor, bringt symbolreich eine Familienstudie an, in die sich immer mehr Horrorelemente schleichen, was stilorientierten Indie-Schockern wie THE WITCH und IT FOLLOWS näher steht als dem erfolgreichen Konzept-Thrill A QUIET PLACE. Die intensive Performance von Toni Collette (LITTLE MISS SUNSHINE) als Annie verleiht einen Großteil der psychologischen Tiefe.
Die Familienmodelle, die Annie anfertigt, bilden die Hauptmetapher für die Konstellation, mit der sich HEREDITARY mit familiärer Erbsünde, Schuld(Gefühlen), Entfremdung, Depressionen und Selbstzerstörung auseinandersetzt. Zusammenbrüche, Psychosen und Okkultwahn schmälern die Mehrdeutigkeit, je mehr sich Aster dem Makabren, den Séancen zuwendet. Er zeigt keinerlei Berührungsängste dem Übernatürlichen gegenüber.
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Erschienen auf Komm & Sieh
Hereditary, USA 2018 | Regie/Drehbuch: Ari Aster | Musik: Colin Stetson | Kamera: Pawel Pogorzelski | Mit: Alex Wolff, Gabriel Byrne, Toni Collette, Milly Shapiro, Christy Summerhays, Morgan Lund u.a. | Laufzeit: 127 Min.